Spende der Eltern-Kind-Gruppe „Die kleinen Strolche“

Im Landkreis Cham gibt es seit 1. Dezember 2022 eine Fachberatungsstelle für gewaltbetroffene Frauen. Als Träger der Fachberatung, die derzeit mit einer Vollzeit- und zwei Teilzeitkräften ausgestattet ist, fungiert das Diakonische Werk Cham-Regen. Die Fachberatung stellt ein kostenloses Hilfsangebot für Frauen im Landkreis Cham dar, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Ein wichtiges Thema, das im öffentlichen Diskurs noch immer viel zu kurz komme, ist Michaela Hettler vom Vorstandsteam des Katholischen Deutschen Frauenbunds Rötz überzeugt. Daher hat sich der Frauenbund dazu entschlossen, die Fachberatung finanziell zu unterstützen. Zur Spendenübergabe traf man sich im Vorfeld der Jugenddisco in der Disco Rast. Die Geschäftsführerin des Diakonischen Werks, Johanna Gruber, erläuterte dabei die Funktion, die das Hilfsangebot wahrnimmt. Betroffene Frauen könnten sich zur Beratung an die Fachberatung wenden, die zudem auch für Behörden und Angehörige als Anlaufstelle diene und somit eine gewisse Koordinierungsfunktion innehabe. Außerdem biete das Hilfswerk für betroffene Frauen auch eine Schutzwohnung im Landkreis Cham an, wo diese eine vorübergehende Bleibe finden könnten. Bei allen Aufgaben, die die Fachberatung übernimmt, werde auch stets auf das Kindswohl geachtet, betonte Gruber. Zu ihrem Bedauern könne die Fachberatung nur von Montag bis Freitag während der Bürozeiten angeboten werden. Probleme mit häuslicher Gewalt treten allerdings nicht nur dann, sondern ganzwöchig auf. Auch unterstrich sie, dass die Fachberatung nur dann tätig werden könne, wenn sich Frauen proaktiv an das Büro wenden. Dies erfordere viel Mut seitens der Betroffenen. Besser wäre es, wenn eine Interventionsstelle vorhanden wäre, die niederschwellig auf Hinweise aus dem Freundes- und Bekanntenkreis reagieren könne, sagte die Geschäftsführerin. Leider sei ihnen das aufgrund der begrenzten Personalsituation derzeit nicht möglich. Generell fehlten dem Betreuungsangebot die finanziellen Mittel für große Sprünge. Die bisherige Finanzausstattung vonseiten der zuständigen Regierung von Mittelfranken sowie dem Landkreis Cham reiche nicht einmal, um die laufenden Kosten zu decken. Die restlichen Kosten werden derzeit aus Eigenmitteln des Diakonischen Werks finanziert. Daher, so Gruber, sei man auf Spenden angewiesen, um die Fachberatung aufrechtzuerhalten. Leider merke derzeit auch das Hilfswerk die sinkende Spendenbereitschaft in der Gesellschaft. Umso mehr freute sich die Geschäftsführerin über den Scheck, den Michaela Hettler im Namen des Frauenbundes überreichte. 806,37 Euro, der Reinerlös aus dem Kochbuchverkauf des Frauenbunds, standen dort letztlich zu Buche. Auf das Angebot der Fachberatung aufmerksam geworden sei man über die beiden Selbstverteidigungskurse für Frauen, die seitens des KDFB angeboten wurden. Beide seien sehr gut angenommen worden und hätten die Bedeutung des Themas einmal mehr unterstrichen. Daher reifte bei den Verantwortlichen der Gedanke, das Diakonische Hilfswerk zu unterstützen. Neben der Spende des Frauenbundes hatte Hettler auch noch eine Überraschung mitgebracht. Im Namen der Kolping-Eltern-Kind-Gruppe „Die kleinen Strolche“ überreichte sie zusätzlich 1 000 Euro an Gruber. Die Summe stammt aus dem Babybasar der Eltern-Kind-Gruppe. Johanna Gruber bedankte sich abschließend für die beiden Spenden und versicherte, dass das Geld beim Diakonischen Werk Cham-Regen gut aufgehoben sei.


zurück